Hooligans in Rom: Eine Überlegung

Barcaccia Brunnen

Die Ausschreitungen der Hooligans von Feyenoord Rotterdam verwandelten am Mittwoch, 18. Februar, das Zentrum von Rom in ein Krisengebiet. Vorwand dafür war das Hinspiel der Europa-League-Zwischenrunde gegen AS Rom, das am nächsten Tag, 19. Februar, stattgefunden hat.

Die Zahlen der Schande:

  • 1800 von den 6000 niederländischen Fans, die zum Spiel nach Rom gereist sind, waren Randalierer und sind bis ins Zentrum der ewigen Stadt hingekommen
  • 110 sind die Beschädigungen an dem Brunnen „della Barcaccia“, welche die niederländischen Hooligans verursacht haben
  • 3 Jahre hat der Barock-Bildhauer Pietro Bernini gebraucht, bis man den vollendeten Marmorbrunnen im Jahre 1629 auf der Piazza di Spagna vor der Spanischen Treppe bestaunen konnte
  • 209.960 Euro hat der Schmuckhersteller Bulgari für die im Oktober 2014 vollendete Renovierung des Brunnens gespendet
  • 1300 italienische Sicherheitskräfte waren am 18. Februar wegen des Spiels im Einsatz
  • 40 davon wurden während der Krawalle verletzt
  • 15 der 26 Busse, die das öffentliche Verkehrsunternehmen ATAC zur Verfügung gestellt hat, wurden auf dem Weg zum Olympiastadion von niederländischen Hooligans verwüstet
  • 23 sind die Niederländer, die wegen Verletzung von Sicherheitskräften, Verwüstungen und Widerstand gegen die Polizei verhaftet wurden
  • Bis zu 16 Monaten Haft und 45.000 Euro Geldstrafe haben sie im Schnellverfahren bekommen
  • 600 waren die mit Stock und Messer bewaffneten Fans der Fußballmannschaft AS Rom, welche die Polizei ertappen konnte
  • 2 Niederländer wurden vor ihrem Hotel von italienischen Hooligans erstochen

Ich bin kein Fußballfan. Deshalb erspare ich mir die Mühe, den Grund dieser Gewalt zu verstehen. Leere Worte wären also mein Versuch zu kommentieren, dass die italienischen Sicherheitskräfte nicht genug bereit waren, dass das Spiel ein Geisterspiel hätte werden müssen oder ob sich der Feyenoord-Klub entschuldigen und für die von einigen dessen Fans verursachten Schäden bezahlen sollte, wie Italiens Premierminister Matteo Renzi am Donnerstag, 19. Februar, forderte.

Die wörtliche und körperliche Gewalt, die dieser Sport aufreizt, ist und bleibt für mich unsinnig. Solche Fußballanhänger (beider Mannschaften) sind und bleiben für mich unzivilisierte Primaten, für die man nur eine Auslöschung durch eine natürliche Selektion hoffen kann.

Was ich aber kommentieren kann ist die Empörung, welche das italienische Volk in den vergangenen Tagen erlebt hat, als ein Teil dessen Geschichte von „Barbaren“, so Premierminister Italiens Matteo Renzi, geschändet wurde.

Als ich diese Besoffskis im Fernsehen schaute, unser unschätzbares künstlerisches und historisches Erbe mit Bierflaschen und Kirschbomben zu verunstalten, fühlte ich mich körperlich verletzt, als ob ich selbst unter Beschuss stände. Ich wollte diese Niederländer mit einem wuchtigen Arschtritt sofort nach Hause schicken.

Meine patriotische Reaktion gab mir zu denken.

Einstürze in Pompeji

Bloß vor 18 Tagen ist erneut eine Wand in der weltweit größten Stadtruine Pompeji eingestürzt, die jährlich rund zwei Millionen Touristen nach Kampanien anlockt und trotzdem seit 2010 Dutzende von endgültigen Einstürzen zählt.

Schlimmer noch, der vernachlässigte Zustand von Pompeji spiegelt sich dazu in tausenden Kulturgüter von Neapel und Rom bis Florenz und Mailand wider.

Darüber haben wir Italiener uns aber nie so empört wie in den letzten Tagen, als die „Barbaren“ und nicht wir an der Schande schuldig waren.

Barbarisch.

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